ÖBB Lokomotiven auf Rekordjagd
Mit der Auslieferung der ersten Taurus-Lok hat ein neues Lokomotiv-Zeitalter bei den ÖBB begonnen. Die Taurusflotte hat von 2000-2007 bereits mehr als 280 Millionen Kilometer zurückgelegt. Eine Laufleistung, die ca. 7000 Erdumrundungen oder 700-mal der Entfernung Erde – Mond entspricht.
Im Jänner 2000 hat die erste von 50 „Taurus 1016“ ihren Dienst aufgenommen. Die Einsatzgebiete der 1016, Österreich, Deutschland und Schweiz (15 kV; 16,7 Hz) markierten den Beginn des europäischen Weges der ÖBB. Mit der zweiten Generation, der „Taurus 1116“ erweiterte sich die Reichweite (zusätzlich 25 kV; 50 Hz) auf Ungarn, Tschechien, Slowakei und Frankreich. 282 Stück und eine Leistung von 10.000 PS machen die Taurus 10/1116 zum Kernstück der ÖBB-Lokflotte. Stark genug für Güterzüge mit mehreren tausend Tonnen, und schnell genug für Personenzüge mit bis zu 230 km/h.
Bereits 350 Taurus-Loks im Einsatz
Im Jänner dieses Jahres hat die ÖBB-Traktion GmbH die 350. der Paradelokomotiven auf die Strecke geschickt. Von den 50 bestellten Loks der dritten Taurus-Generation (1216) sind bereits 18 im Dienste unserer Kunden unterwegs.
Die Taurus 3 ist die evolutionäre Weiterentwicklung der erfolg-reichen Einsystem- (1016) und Zweisystemlokreihen (1116). Bei einem Eigengewicht von 87 Tonnen bringt die Taurus 3 rund 9.000 Pferdestärken auf die Schiene. Bei einer Weltrekordfahrt wurde am 02. September 2006 der von einer französischen Lokomotive gehaltene Rekord von 331 km/h, um 26 km/h überboten. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 357 km/h und einer Beschleunigung von 9 sec. auf 100 km/h kann die Lok als ein Wunderwerk der Technik bezeichnet werden. Sie vereint bewährte Technologie und die neuesten Fortschritte auf dem Gebiet der Leistungselektronik. Das Ergebnis: eine zukunftweisende Mehrsystemlokomotive.
Ehrgeizige Ziele hundertprozentig erfüllt
Hochgestecktes Ziel war es, den produktiven Einsatz von Lokomotiven zu erhöhen und den Triebfahrzeugwechsel an den Grenzen überflüssig zu machen. Die Technik der Hochleistungslokomotive 1216 machte es möglich. Die so genannte Europalok, die als Symbol für die europäischen Perspektiven des ÖBB-Konzerns gilt, leistet einen entscheidenden Beitrag die Interoperabilität im Bahnverkehr nicht nur technisch, sondern auch praktisch herzustellen. Die Lokomotive wurde für den Betrieb auf Strecken mit einer Netzspannung von 15-kV-16,7-Hz, 25-kV-50-Hz und 3-kV/DC konzipiert. Damit kann die Lok prinzipiell auf dem gesamten europäischen Normalspurnetz fahren. Den ersten Planeinsatz im Gleichstromnetz hat die 1216 übrigens mit Fahrplanwechsel 2006/07 bereits vollzogen. Durch ein Lokdurchlaufübereinkommen mit Slowenien werden Personen und Güterzüge bis Dobrova in Kroatien geführt. Nach Abschluss der Zulassungsverfahren mit Italien, Tschechien, und der Slowakei werden auch mit diesen Bahnverwaltungen Übereinkommen angestrebt und somit die Hürden des Gleichstromnetzes überwunden.
ÖBB investieren mehr als 1 Mrd. EUR in neue Loks
Nach Lieferung der letzten 1216 im Dezember 2007 wird das größte Lok-Beschaffungsprogramm in der Geschichte der ÖBB abgeschlossen sein. Durch die Erneuerung der ÖBB-Lokflotte mit den Hochleistungslokomotiven der Marke Taurus wurden Aufträge von ca. 1 Mrd. EUR. an Wirtschaft und ÖBB-interne Gesellschaften vergeben. Die ÖBB-Traktion GmbH ist mit 382 Taurus Lokomotiven in Bezug auf Zuverlässigkeit, Kraft und Schnelligkeit im Spitzenfeld Europas. Unseren Triebfahrzeugführern bieten wir mit der neuen Lokflotte einen modernen Arbeitsplatz, der technisch und arbeitsmedizinisch auf höchstem Niveau liegt.
Verantwortungsvoller Umgang mit Energie
Um den Status der ÖBB als umweltschonendes Transportunternehmen zu erhalten, wurden neue Technologien an den Triebfahrzeugen realisiert. Mit den 382 neuen Taurus-Loks setzt die ÖBB-Traktion GmbH neue Maßstäbe beim Verbrauch von Energieressourcen. Durch eine neu entwickelte Rückspeisebremse werden Energiesparpotentiale ausgenützt die den Verbrauch um rund 15% senken. Dabei wirken die Antriebsmotoren beim Bremsen wie Generatoren. Der dabei erzeugte Strom wird in die Fahrleitung zurückgespeist.
In Summe werden so ca. 190 Mio. kWh pro Jahr weniger Energie verbraucht. Zum Vergleich: Mit dieser ersparten Energie könnten 50.000 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Die ÖBB-Traktion GmbH setzt damit ein Zeichen, Energie verantwortungsvoll und umweltschonend zu nutzen, und trägt damit auch zum Erreichen des Kyoto-Zieles bei. Unsere Loks sind also nicht nur stark, schnell und sicher, sondern auch umweltfreundlich und stromsparend unterwegs.
Die Erfolgsstory Taurus-Lokomotive
Die Bilanz von sechs Jahren Taurus-Lok in Österreich ist von Erfolg gekennzeichnet. „Das Konzept der Lokomotive hat die Erwartungen voll erfüllt“ so der Geschäftsführer der ÖBB-Traktion GmbH, DI Herwig Wiltberger und meint weiters: „In den Punkten Effizienz, Zuverlässigkeit und Lebenszykluskosten (Life-Cycle-Costs) sind wir mit unserer Lokflotte für den europäischen Wettbewerb auf der Schiene gerüstet“. Das Design der Taurus wurde 2001 übrigens auch mit dem „Brunel Award“ 2001 ausgezeichnet.
Taurus Lokomotiven als Werbeträger
Wer kennt sie nicht die Lokomotiven mit dem Branding wie z.B. von Bundesheer, Rotkreuz, Cat oder Mozart. Die Tauruslokomotiven werden bereits, siehe Wr. Städtische, auch von Privatfirmen als Werbeträger der besonderen Art genützt. Fahrende Werbung in mehreren Städten an einem Tag - die Taurus macht´s möglich.



