Sonja Horner
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Fotos

VD Schmidt, Frau und Herr Ing. Waltle vor der RCA-Lok
v.l.n.r.: Ferdinand Schmidt (RCA Vorstand), Frau Waltle, Ing. Thomas Waltle (Geschäftsführer Streng Bau GmbH)

Gruppenbild
v.l.n.r.: Bürgermeister DI Richard Amann, Hohenems, Bürgermeister DI Wolfgang Rümmele, Dornbirn, Geschäftsführer Herbert Blum, Blum GmbH, DI Hubert Rhomberg, Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt, RCA

 

200.000 Tonnen Abbaumaterial per Bahn von Tirol nach Vorarlberg

09.10.2009

Moderne Bahnverladestelle „Kieswerk Starkenbach“ eröffnet – Rail Cargo Austria als Logistikpartner wickelt umweltfreundliche Transporte von Tirol nach Vorarlberg ab

Rail Cargo Austria ist ein verlässlicher Partner der heimischen Wirtschaft zur Abwicklung von Gütertransporten. Mit der Fertigstellung der neuen, modernisierten Bahnverladeanlage der „Kieswerk Starkenbach GmbH“ in Schönwies, werden ab sofort pro Jahr mehr als 200.000 Tonnen Abbaumaterial per Bahn über den Arlberg nach Dornbirn befördert. Für diesen auf die nächsten 20 Jahre fixierten Großauftrag wurde die Gleislänge der Anschlussbahn in Schönwies auf 600 Meter verdoppelt. Über das neue, doppelstöckig ausgeführte Förderband  wird das Material über eine Entfernung von 500 Metern vom Kieswerk Starkenbach unter der Autobahn A12 über den Inn zur Anschlussbahn befördert. Von dort werden täglich zwei „schwere“ Güterzüge den umweltfreundlichen Transport von Tirol nach Vorarlberg erledigen. Der heimischen Umwelt bleiben pro Jahr rund 14.000 LKW-Fahrten oder mehr als 1.600 Tonnen CO2 erspart. Zur feierlichen Inbetriebnahme der neuen Anlage konnte der Geschäftsführer der Kieswerk Starkenbach GmbH Thomas Waltle zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Unter anderem den Vorstandsdirektor der Rail Cargo Austria AG Ferdinand Schmidt, den Oberländer Landtagsabgeordneten Toni Mattle sowie den Bürgermeister von Schönwies Willi Fink und die Firmenvertreter der Rhomberg Bau GmbH, welche die Materialmengen in der Dornbirner Anschlussbahn abnehmen.

Modernste Verladeanlage – Doppelte Gleislänge – Lok-Roboter im Einsatz

Das verlängerte Anschlussgleis, liegt unmittelbar neben der Westbahnstrecke im Tiroler Oberland zwischen den Bahnhöfen Schönwies und Landeck-Zams und wurde für diese Spezialtransporte angepasst. So wurde die Länge der Gleisanlage von 300 auf 600 Meter verdoppelt um das Aufstellen eines ganzen Zuges mit bis zu 16 Waggons zu ermöglichen. Erneuert und erweitert wurde die Förderanlage, welche das Abbaumaterial vom Kieswerk im Ortsteil Starkenbach auf dem kürzesten Weg unter der Autobahn A12 durch, über den Innfluss hinweg in die Anschlussbahn bringt.  In Summe investierte Geschäftsführer Thomas Waltle rund sechs Mio. € in den Umbau der Anlagen. Bisher nur mit einem Förderband ausgestattet wird in Zukunft ein Doppelstockband im Einsatz sein. Der Vorteil dabei ist, dass sowohl Abbaumaterial als auch im Kieswerk aufbereitetes Material wie beispielsweise Sand transportiert werden können. In der Bahnverladestelle werden für die Beladung der Züge bis zu 4.000 t Material vorgelagert, welche über ein Förderband direkt in die Spezialwaggons von Rail Cargo Austria eingebracht werden. Zum Einsatz kommt dabei ein funkferngesteuerter Lok-Roboter. Diese 50 Tonnen schwere Verschublokomotive fährt mittels Funkverbindung und ist abgestimmt mit einer Waage, welche das Gewicht der Ladung der Waggons misst. Bei erreichen der maximalen Last von 64 Tonnen wird der nächste Waggon unter das Förderband geschoben. Nach nur 110 Minuten ist der Ladevorgang für den gesamten Zug abgeschlossen. 

Schwere Güterzüge mit 1.450 Tonnen Gesamtgewicht von Tirol nach Vorarlberg

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Großaufträge in dieser Dimension enorm wichtig. Ein effizientes Konzept wo ganze Züge mit einheitlichem Transportgut und hoher Gesamtlast von einer Firmen-Anschlussbahn zu jener des Partnerbetriebes befördert werden. Bis zu zweimal pro Werktag werden ab Mitte Oktober die Schotterzüge von RCA zwischen Schönwies und der Anschlussbahn der Firma Rhomberg Bau in Dornbirn unterwegs sein. Mit einem Gesamtgewicht von 1.450 t wird jeder Zug mit der höchstmöglichen Last gezogen. Dabei werden für den Weg über die 1.310 Meter hohe Steilstrecke am Arlberg bei jedem Zug drei Taurus-Lokomotiven mit fast 30.000 PS Leistung vorgespannt. Bestandteil des Gesamtkonzepts sind zudem modernste Güterwagen, welche für die einfache Beladung oben offen gestaltet sind. Durch einen elektromotorischen Antrieb erfolgt die Entladung der Baurohstoffe bei jedem einzelnen Wagen über zwei Klappen in weniger als 30 Sekunden. In Summe bleiben der Umwelt für jeden Zug rund 10.000 LKW-Straßenkilometer erspart.

Umweltfreundlicher Transport auf der Schiene bringt viele Vorteile

Im Bereich des Marktsegmentes „Baustoffe“ konnten die Experten von RCA beim Transportaufkommen ständig zulegen. In der Region Tirol/Vorarlberg wurden im letzten Jahr sechs Mio. Tonnen Güter (ohne Transit) auf der Schiene befördert. Jede fünfte Tonne fällt dabei auf das Segment der Baustoffe und genau hier will RCA weiter zulegen. "Immer mehr Unternehmen zeigen Verantwortung und setzen auf klimafreundliche Transporte. Rail Cargo Austria unterstützt die Unternehmen mit maßgeschneiderten Gesamtlogistiklösungen. Rhomberg Bau und Streng Bau sind Vorzeigebetriebe, denn 200.000 t Abbaumaterial werden ab sofort auf der Schiene von Tirol nach Vorarlberg befördert", freut sich Ferdinand Schmidt, Vorstandsdirektor von Rail Cargo Austria. In Dornbirn wird das Abbaumaterial in den Betriebsanlagen der Rhomberg Bau gebrochen und gesiebt. Als Endprodukt entstehen veredelte Baustoffe die wiederum bei verschiedensten Baustellen auf Straße und Schiene zum Einsatz kommen. „Unsere Verantwortung als Bauunternehmen zeigen sich in einem schonenden und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Durch den langfristigen Großauftrag mit der Rail Cargo Austria AG können wir einen aktiven Beitrag zur umweltfreundlicheren Transportabwicklung liefern“, freuen sich DI Hubert Rhomberg und Ing. Thomas Waltle von der Streng Bau GmbH. Für den Schönwieser Bürgermeister Mag. Willi Fink stellt die nunmehrige Lösung für das Abbaumaterial einen Idealfall dar: „Gerade für die Bürger aus dem Ortsteil Starkenbach waren die großen Materialmengen bei extremen Wetterlagen problematisch – die jetzige Lösung ist auch ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit.“ Landtagsabgeordneter Toni Mattle ist vom Gesamtkonzept überzeugt: „Ein hervorragendes Beispiel wo zwei erfolgreiche Unternehmen in Tirol und Vorarlberg mit einem verlässlichen Logistikpartner wie den ÖBB umweltfreundliche Transporte abwickeln.“

Zahlen – Daten – Fakten

Jährliche Erwartungsmenge:    mindestens 200.000 Tonnen Abbaumaterial
Laufzeit des Vertrages: 20 Jahre
Anzahl Ganzzüge: Pro Werktag bis zu zwei Züge
Gesamtgewicht je Zug: 1.450 Tonnen / 16 Waggons / 3 Triebfahrzeuge
Gesamtlänge des Zuges: 260 Meter
Laufstrecke der Züge:  Schönwies – Arlbergbahn – Dornbirn (120 km)
Betriebszeiten der Anschlussbahn: ca. 8-9 Monate (kein Winterbetrieb)
Start der Ganzzugtransporte:  Mitte Oktober 2009
Länge Anschlussbahn Streng: 600 Meter (bisher 300m)
Länge der Förderbandanlage: 500 Meter auf zwei Ebenen
Ersparte LKW-Fahrten:   14.000 pro Jahr zwischen Schönwies und Dornbirn
Ersparte CO2 Ausstoß:  mind. 1.600 Tonnen pro Jahr