Bahnverladestelle gewinnt VCÖ-Mobilitätspreis 2011
28.09.2011
Seit zwei Jahren in Betrieb – Rail Cargo Austria als Logistikpartner wickelt umweltfreundliche Schienentransporte von Tirol nach Vorarlberg ab
Seit der Fertigstellung der neuen, modernisierten Bahnverladeanlage der „Kieswerk Starkenbach GmbH“ in Schönwies, werden pro Jahr mehr als 200.000 Tonnen Abbaumaterial per Bahn von Tirol über den Arlberg nach Dornbirn befördert. Dieses innovative Projekt siegte gestern in der Kategorie "Güterverkehr" und holte den VCÖ-Mobilitätspreis 2011 nach Tirol (Preisverleihung war am 27.09. in Wien). Ausgezeichnet wurde das Kieswerk Starkenbach für die Bahnverladestelle, wodurch allein im Jahr 2010 rund 3,2 Millionen LKW-Kilometer vermieden wurden. Mehr als 200.000 Tonnen Material wurden pro Jahr statt auf der Straße auf der umweltfreundlichen Schiene transportiert. Dieses Projekt zeigt, dass die Verlagerung von der Straße auf die Schiene nicht nur klimafreundlich, sondern auch ökonomisch effizient ist, betont der VCÖ. Für diesen auf die nächsten 20 Jahre fixierten Großauftrag der durch Rail Cargo Austria (RCA) abgewickelt wird, wurden die Gleislängen der Anschlussbahn in Schönwies auf 600 Meter verdoppelt. Über das neue, doppelstöckig ausgeführte Förderband wird das Material seit Oktober 2009 über eine Entfernung von 500 Metern vom Kieswerk Starkenbach unter der Autobahn A12 über den Inn zur Anschlussbahn befördert. Von dort fahren täglich zwei 1.600 Tonnen „schwere“ Güterzüge als umweltfreundlicher Transport von Tirol nach Vorarlberg. Der heimischen Umwelt blieben damit im vergangenen Jahr 3,2 Mio. LKW-Kilometer erspart.
Modernste Verladeanlage – Doppelte Gleislänge – Lok-Roboter im Einsatz
Das verlängerte Anschlussgleis liegt unmittelbar neben der Westbahnstrecke im Tiroler Oberland zwischen den Bahnhöfen Schönwies und Landeck-Zams und wurde für diese Spezialtransporte angepasst. So wurde die Länge der Gleisanlage von 300 auf 600 Meter verdoppelt, um das Aufstellen eines ganzen Zuges mit bis zu 18 Waggons zu ermöglichen. Erneuert und erweitert wurde die Förderanlage, welche das Abbaumaterial vom Kieswerk im Ortsteil Starkenbach auf dem kürzesten Weg unter der Autobahn A12 durch, über den Innfluss hinweg in die Anschlussbahn bringt. In Summe investierte Geschäftsführer Thomas Waltle rund sechs Mio. € in den Umbau der Anlagen, wo ein Doppelstockband für die Zuführung des Materials im Einsatz ist. In der Bahnverladestelle werden für die Beladung der Züge bis zu 4.000 t Material vorgelagert, welche über ein Förderband direkt in die Spezialwaggons von Rail Cargo Austria eingebracht werden. Zum Einsatz kommt dabei ein funkferngesteuerter Lok-Roboter. Diese 50 Tonnen schwere Verschublokomotive fährt mittels Funkverbindung und ist abgestimmt mit einer Waage, welche das Gewicht der Ladung der Waggons misst. Beim Erreichen der maximalen Last von 64 Tonnen wird der nächste Waggon unter das Förderband geschoben. Nach nur 110 Minuten ist der Ladevorgang für den gesamten Zug abgeschlossen.
Schwere Güterzüge mit 1.600 Tonnen Gesamtgewicht von Tirol nach Vorarlberg
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Großaufträge in dieser Dimension enorm wichtig. Ein effizientes Konzept wo ganze Züge mit einheitlichem Transportgut und hoher Gesamtlast von einer Firmenanschlussbahn zu jener des Partnerbetriebes befördert werden. Bis zu zweimal pro Werktag werden ab Mitte Oktober die Schotterzüge von RCA zwischen Schönwies und der Anschlussbahn der Firma Rhomberg Bau in Dornbirn unterwegs sein. Mit einem Gesamtgewicht von 1.600 t wird jeder Zug mit der höchstmöglichen Last gezogen. Dabei werden für den Weg über die 1.310 Meter hohe Steilstrecke am Arlberg bei jedem Zug drei Taurus-Lokomotiven mit fast 30.000 PS Leistung vorgespannt. Bestandteil des Gesamtkonzepts sind zudem modernste Güterwagen, welche für die einfache Beladung oben offen gestaltet sind. Durch einen elektromotorischen Antrieb erfolgt die Entladung der Baurohstoffe bei jedem einzelnen Wagen über zwei Klappen in weniger als 30 Sekunden.
